
Edith Payer
WAREN
14.4. – 10.5.2026
Soft Opening:
Di, 14.4.26, 14 – 22h
Öffnungszeiten Fokuswoche:
DI 14.4. – SO 19.4.2026
täglich 14-19h
Weitere Öffnungszeiten:
FR 24.4. und SA 25.4.,14–19h
FR 1.5. und SA 2.5.,14–19h
FR 8.5. und SA 9.5.,14–19h
Zusatzprogramm:
FR 17.4., 17–20h
After-Work-Warentausch
“Bring eins – nimm eins, bring zwei – nimm zwei”. In Zusammenarbeit mit Heike Bollig (Künstlerin, Berlin)
FR 8.5., 17–20h,
“Kein-Manifest”
Ein sehr offener Workshop zum Thema Kunstproduktion Von und mit Markus Waitschacher (Kulturanthropologe, Graz) und dem Kunstverein <rotor> Zentrum für zeitgenössische Kunst aus Graz.
Wir wollen das (Über)Produzieren von Kunst, das Ausstellen, das in Auftraggeben, das Archivieren oder vielleicht auch das Verkaufen oder Wegwerfen davon besprechen. Für wen machen wir das alles eigentlich? Und wer stellt Forderungen danach? Reflektieren wir doch einmal echte Nachhaltigkeit im Kunstsystem. (Fehler, Lücken und unlösbare Fälle vorprogrammiert). In einem sehr offenen Workshop Setting für verzweifelte und/oder optimistische Kunstmenschen geht es darum möglichst unterschiedlichen Problemen, Fragen und der einen oder anderen Lösung viel Raum zu geben. Arbeiten wir gemeinsam an einem „Kein-Manifest“, um die Zukunft des Kunstmachens zu sichern oder uns alle gleich selbst abzuschaffen.
Immediate Matters
14.04. – 10.05.26
Ein Ausstellungsprogramm in zehn unabhängigen Kunsträumen
in Wien
Unter dem Titel Speak We Must We Must Speak steht die ökologische Krise im Zentrum künstlerischer Auseinandersetzung. Die Klimakrise ist eine Krise der Wahrnehmung, der Sensibilität, der Relationalität und der Sprache. In den Ausstellungen steht das Sprechen nicht für die Klassifizierung und Beherrschung der Welt, sondern dafür, Komplexität zurückzugewinnen, sich mit Unbequemlichkeiten auseinanderzusetzen, Allianzen zu schmieden und Ökologie als Beziehungssystem zu verstehen.
Mit und kuratiert von Echo Correspondence , eindorf, ENTRE, Kunstverein Kevin, Laurenz, new jörg, Pech, Schleuse, Size Matters und WAF
Kuratorin & Programmkoordinatorin Immediate Matters
Anne Faucheret
Wir haben für Sie ein neues Geschäftsmodell entwickelt – es ist eine Hommage an das Übersehene. In unserer spätkapitalistischen Welt verlieren Objekte ihren Wert nicht durch Naturgesetze, sondern durch kollektive Übereinkunft. Ein Geldschein gilt, solange wir an ihn glauben; ein zerkratztes Plastikteil wird erst zum Abfall, wenn wir endgültig den Blick von ihm abwenden. So einfach und so seltsam funktioniert unsere Logik.
In unserem Geschäft werden Sie keine moralischen Mahnungen finden, sondern visuelle Experimente: Fundstücke unserer Konsumgesellschaft treffen auf Naturprodukte aller Art und bilden sonderbare Allianzen, die die Willkür unserer Wertesysteme entlarven – teilweise in zwanghaft arrangierten Ensembles, aber auch als freie und geschützte Masse, werden sie stets als Waren präsentiert.
Für das neue Geschäft hat Edith Payer zusammengetragen, was oft gern übersehen wird: Dinge am falschen Ort. Misplaced. Displaced. Replaced. Sie sammelt sie ein, schenkt ihnen Aufmerksamkeit – und stellt damit eine scheinbar einfache, doch radikale Frage: Was wäre, wenn wir alles, was wir verwerfen, stattdessen wirklich betrachten würden? Solange, bis es uns die Tränen in die Augen treibt?
Ihr Umgang mit den Fundstücken ist dabei akribisch, fast archäologisch. Jede Linsenhülle, jeder Insektenflügel, jede rostige Schraube erhält dadurch eine neue, fast sakrale Präsenz. Wo andere einfach wegwerfen, schafft sie eine Ästhetik des Überlebens: melancholisch, dystopisch, doch auch zärtlich.
Ihre Praxis erinnert an Donna Haraways „Staying with the Trouble“: ein Verweilen bei den unbequemen Spuren unserer Zivilisation in Zeiten von Klimakrise, Atomwaffen und Kriegen – im Plural. Die Fundstücke in unserem Geschäft fordern auf: hinschauen, verweilen, umdenken. Sie fragen: Was wäre, wenn Dinge wertfrei wären? Wenn alle Regeln außer Kraft gesetzt wären? Mal mit Humor, mal mit Horror. Und sie zeigen: Achtung zählt mehr als Besitz. In unserem Geschäft wird Abfall zum Archiv, zum Zeugnis einer anderen Ökonomie – einer, die nicht auf Konsum, sondern auf Aufmerksamkeit beruht.
Text: Laleh Monsef
We have developed a new business model for you – a tribute to the overlooked. In our late-capitalist world, objects do not lose their value through natural laws, but rather through collective agreement. A banknote is valid as long as we believe in it; a scratched piece of plastic becomes waste only when we finally turn our gaze away. That is how simple—and how strange—our logic works.
In our shop you will find no moral admonitions, but visual experiments: found objects from our consumer society meet natural materials of all kinds and form peculiar alliances that expose the arbitrariness of our systems of value. Sometimes they appear in compulsively arranged ensembles, sometimes as free and protected masses—but they are always presented as commodities.
For the new shop, Edith Payer has gathered what is often gladly overlooked: things in the wrong place. Misplaced. Displaced. Replaced. She collects them, gives them attention—and in doing so poses a seemingly simple yet radical question: What would happen if, instead of discarding everything, we actually looked? Long enough to bring tears to our eyes?
Her approach to these found objects is meticulous, almost archaeological. Every contact-lens case, every insect wing, every rusty screw acquires a new, almost sacred presence. Where others simply throw things away, she creates an aesthetic of survival: melancholic, dystopian, yet also tender.
Her practice recalls Donna Haraway’s Staying with the Trouble: a lingering with the uncomfortable traces of our civilization in times of climate crisis, nuclear weapons, and wars—plural. The found objects in our shop invite us to look, to linger, to rethink. They ask: What if things were free of value? What if all rules were suspended? Sometimes with humor, sometimes with horror. And they show: attention counts for more than possession. In our shop, waste becomes an archive, a testimony to another kind of economy—one based not on consumption, but on attention.
Text: Laleh Monsef
Translation Alma Moos-Nuñez






















